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Forward-Darlehen

oder Forwarddarlehen, auch Vorrats-Darlehen genannt.

Vom Prinzip her ist ein Forwarddarlehen nichts Anderes als ein normales Annuitätendarlehen. Es hat daher die gleichen Merkmale, wie die dort beschriebene Darlehensart. Der wesentliche Unterschied ist der, dass dieses Forwarddarlehen zwar jetzt abgeschlossen und durch Verträge fixiert wird, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch genommen wird. Dieser Zeitpunkt liegt im Regelfall zwischen einem und vier Jahren in der Zukunft. Die Zinsfestschreibung ist in der Regel dann für 10 Jahre gültig.

Umsonst ist das allerdings nicht zu haben. Üblicherweise wird zu den Darlehenskonditionen ein geringer Aufschlag pro Monat erhoben, für den das Forwarddarlehen noch nicht ausgezahlt wird. Z.B. die aktuelle Kondition für eine 10 jährige Zinsfestschreibung sei 5,00%, ein Forwarddarlehen soll in 2 Jahren ausgezahlt werden. Dann kömen z.B. 0,03% je Monat (also 0,72%) als Zuschlag für den Zinssatz hinzu, so dass das Forwarddarlehen einen 10 jährigen Zinssatz von 5,72% hätte. Die genauen Konditionen erfahren Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse. Vergleichen lohnt sich also.

Wichtig ist auch, dass bei einem Wechsel der Bankverbindung möglicherweise auch eine neue Grundschuld zu bestellen ist und erneute Schätzkosten für die Immobilie anfallen können. Eine neue Grundschuldbereitstellung zieht wiederum Notarkosten nach sich. Eine genaue Berechnung der Vor- und Nachteile ist demnach dringend anzuraten. Eine Anschlussfinanzierung bei der bisherigen Bank kann diese Kosten mitunter vermeiden.

Fallstudien

Das aktuelle Darlehen hat noch eine Restlaufzeit von bis zu 12 Monaten. Es wird ein Zinsansieg befürchtet.

Das Darlehen so kurz vor dem Ablauf zu kündigen, um eine neues Darlehen abzuschliessen, kann sich als wirtschaftlich ungünstig erweisen. Auch die Aufnahme eines Forwarddarlehens ist kritisch zu prüfen. Möglicherweise ist es für Sie günstiger, ein normales Darlehen aufzunehmen und die Bereitstellungszinsen für maximal 12 Monate zu zahlen, als einen Forward-Aufschlag für die gesamte Laufzeit des neuen Kredites.

Das aktuelle Darlehen hat noch eine Restlaufzeit von 12 bis 48 Monaten. Es wird ein Zinsanstieg angenommen.

Hier kann ein Forwarddarlehen helfen, das Risiko steigender Zinsen zu minimieren. Das Darlehen wird so gestellt, dass die Auszahlung mit der Fälligkeit des alten Darlehens zusammen fällt. Zu beachten ist allerdings, dass unter Umständen Kosten für Notar und Schätzung der Immobilie fällig werden können. Man sollte rechtzeitig mit seiner Bank Verbindung aufnehmen, um die Vorgehensweise bei Fälligkeit abzusprechen. Insbesondere, wenn das Forwarddarlehen von einer anderen Bank gestellt werden sollte.

Das aktuelle Darlehen hat eine längere Restlaufzeit als 42 Monate. Es wird ein Zinsanstieg angenommen.

Ein solches Darlehen müsste mit einer Frist von 6 Monaten gekündigt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Banken den Kunden nicht aus dem Vertrag entlassen müssen. Zudem können die Banken eine Vorfällikeitsentschädigung verlangen, deren Höhe je nach Bank unterschiedlich ausfallen kann. Es ist also sehr genau zu Rechnen, ob sich in diesem Fall eine Umfinanzierung lohnt.

Anmerkung

Hat man ein Forwarddarlehen abgeschlossen, so ist man auch verpflichtet, die Vertragsbedingungen einzuhalten. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn der erwartete Zinsanstieg ausbleibt oder gar die Zinsen noch weiter fallen.